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Absenkung der Klassenmesszahl stellt Grundschule vor Herausforderung

Platzprobleme ernst nehmen - aber nicht überbewerten

Die Grundschule in Weitersburg ist aktuell im Gemeinderat, bei Bürgern und natürlich bei den Eltern von Grundschülern und Vorschulkindern eines der Top-Gesprächsthemen.

Auslöser hierfür ist hauptsächlich die Absenkung der Klassenmesszahlen für die Grundschüler auf 24 Kinder. Somit müssen also Schulklassen, die über diesem Wert liegen gesplittet werden. Aus pädagogischer Sicht ist das eine gute Maßnahme zur Verbesserung der Lernqualität und Förderung der Schüler.
Da sich allerdings die Klassengrößen in der Weitersburger Grundschule "mehr oder weniger" immer um diesen Klassenmesszahlenwert herum bewegen, bedeutet das gegebenenfalls natürlich die Einführung einer Zweizügigkeit, die auch in diesem Jahr schon für die neue erste Grundschulklasse (1a und 1b) von der Schulleitung durchgeführt wurde.

Die erst im Jahr 2009 generalsanierte Grundschule sieht jedoch kein Konzept für eine Zweizügigkeit vor, was die räumliche Kapazität unserer Grundschule erst einmal vor eine Herausforderung stellt. Woher neue Klassenräume nehmen?

Erstmals in diesem Jahr mit 5 Klassenräumen, stellt sich die noch schwerere Frage, woher noch weitere Klassenräume nehmen?

Anderweitig genutzte Räume in der Grundschule, wie bspw. Bibliothek oder betreuende Grundschule aufgeben? Nein, aber eine Auslagerung der "betreuenden Grundschule" in einen anstehenden Kindergartenneubau ist für die Gemeinde aus finanziellen Gesichtspunkten auch nicht tragbar. Hier wäre ein barrierefreies zweistöckiges Gebäude mit entsprechend technischer Erweiterung von Nöten (bspw. mit Aufzuganlage, weiteren Toilettenanlagen usw.). Dazu kommt eine Störung und Vermischung von Kindergartenbetrieb mit den zu betreuenden Grundschülern. Den Konflikt, der hier zwischen der optimalen Betreuung von Kindergartenkindern und Schulkindern enstehen kann, möchten wir lieber nicht verantworten und dieser sollte ebensowenig zwischen den betroffenen Elterngruppen ausgetragen werden. Zudem ist die Einrichtung einer "Betreuenden Grundschule" ein freiwillige Angelegenheit, was auch im Hinblick auf die (nicht) zur Verfügung stehenden Finanzen bedacht werden muss.

Unsere Gedanken liegen daher momentan eher im Verbleib, in der Förderung und evtl. späteren Erweiterung der betreuenden Grundschule sowie auch dem Verbleib der Bibliothek im Gebäudekomplex der Grundschule selbst.

+ Unsere Ideen und Überlegungen ... -hier klicken-

Die Überlegungen in der FWG-Fraktion basieren daher erst einmal auf konkreten Zahlen des Grundrisses der Schule und befassen sich mit dem zur Verfügung stehenden Platz sowie dessen Aufteilung.

Die 4 Klassenräume im Erdgeschoss der Grundschule (jeweils ca. 70 m²) sind für grössere Klassen konzipiert. Wir gehen nicht davon aus, dass in einer zweizügigen Klassenstufe in Weitersburg mehr als 14-15 Kinder in einer Klasse sind, die dazu noch 70m² Raum benötigen. Im Obergeschoss stehen rund 300 Raum zur Verfügung. Hier ist der aktuell fünfte Klassenraum eingerichtet, neben weiteren Räumlichkeiten. Im Kellergeschoss kann ebenfalls Raum genutzt werden.
Vorstellen könnten wir uns daher bspw. einen Raum- und Klassengewinn durch Verschiebung der Klassenmittelwände im Erdgeschoss (angepasste Aufteilung auf Fensterachsen). Machbarkeit natürlich vorausgesetzt.


Nächster Schritt?

In einer fachplanerische Machbarkeits- bzw. Entwurfsvariante der vorhandenen Raumfläche, unter Berücksichtigung der anstehenden Bedürfnisse, würden wir den großen nächsten Schritt sehen um hier zutreffende, sichere und gute Beratungsgrundlagen für oben aufgeführte Fragen zu erhalten.

Grundschülerzahlen der Peter-Friedhofen-Schule

Was ist mit den Prognosen der Schülerzahlen in Weitersburg? Hier vermutet auch die Schulleitung zukünftig weiter steigende Zahlen im Ort. Begründet wird der prognostizierte Anstieg hauptsächlich mit einem neuen Baugebiet im Ort und zuziehenden Familien.

Warum wir uns dieser Prognose nicht uneingeschränkt anschließen können möchten wir im Folgenden erklären:

+ Schülerzahlen seit Errichtung der Peter-Friedhofen-Schule ... -hier klicken-

2012/13 -     85 SchülerInnen
2010/11 -     82 SchülerInnen
2005/06 -     76 SchülerInnen
2000/01 -     90 SchülerInnen
1988/89 -     99 SchülerInnen
1984/85 -     91 SchülerInnen
1980/81 -     94 SchülerInnen
-----------------------  (1976/77 war das letzte Schuljahr der Volksschule Weitersburg vor Einrichtung der Grundschule)
1976/77 -     114 SchülerInnen in Klasse 1 - 4. - insgesamt 186 SchülerInnen
1974/75 -     125 SchülerInnen in Klasse 1 - 4. - insgesamt 181 SchülerInnen
1970/71 -       93 SchülerInnen in Klasse 1 - 4. - insgesamt 171 SchülerInnen
-----------------------

Nicht auf die wenigen letzten Jahre zurückblickend, sondern auf die komplette Zeit der Peter-Friedhofen Schule, stellt sich die Situation der Schülerzahlen im Abwärtstrend dar. Den leichten Anstieg der letzten Jahre ist sicherlich auf die Erschließung des Neubaugebiets "Staffelstück" zurückzuführen, mit vielen jungen Familien. Doch in welcher Abhängigkeit stehen denn Neubaugebiete zu den Schülerzahlen im Ort? Dies haben wir in einer Grafik festgehalten.


(Weitersburger Neubaugebiete und Grundschülerzahlen ins Verhältnis gesetzt)

+ Unsere Deutung der Grafik ... -hier klicken-

Zu erkennen ist der Anstieg der Schülerzahlen wenige Jahre nach Erschliessung der großen Baugebiete im Ort (bspw. Bauabschnitt 1a). Ebenfalls zu erkennen ist der jeweils danach folgende Abfall der Schülerzahlen. Für uns eine logische Entwicklung. Bedenkt man, dass sich diese Zeitspanne recht gut mit dem Übergang der entsprechenden Schulkinder von Grundschule zu einer weiterführenden Schulen deckt. Kleinere Baugebiete scheinen keine wirkliche Auswirkung zu nehmen.

Unter diesen Gesichtspunkten betrachten wir ein neues Baugebiet nicht als Auslöser eines Grundschüleranstiegs, sondern als Unterstützung, einen Grundschüler-Abwärtstrend (durch die abwandernden Schüler) aufzuhalten und eine durchschnittliche Grundschülerzahl zu stabilisieren.


Fazit:

Die Raumproblematik in der Grundschule nehmen wir ernst. Die Absenkung der Klassenmesszahlen legt hier eine gewisse Rahmenbedingung vor. Raum steht unseres Erachtens in der Grundschule zur Verfügung. Wie dieser optimal genutzt werden kann sollte uns eine fachplanerische Machbarkeitsstudie darlegen.
Sicherlich unter anderen pädagogischen Voraussetzungen, aber immerhin, wurden in der Peter-Friedhofen-Schule auch schon über die doppelte Anzahl an Schülern zu Beginn des Schulbetriebs, Anfang der 70er Jahre, unterrichtet.

Die Prognose der steigenden Grundschülerzahlen möchten wir zum aktuellen Zeitpunkt nicht überbewerten, werden dies aber genau beobachten.

Sinnvolle, machbare und bezahlbare Lösungen sind uns sehr wichtig und sollten auch langfristig, mit Blick nach vorn, ausgerichtet sein.