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FWG - Neuigkeiten und Nachrichten

In Weitersburg wird gebaut und geplant. Macheiner fragt sich, ob das alles überhaupt notwendig ist.

Warum die FWG genau das für sinnvoll und auch erforderlich hält, spiegelt sich schon in den beiden bereits vorgestellten Berichten wieder, denn alleine aufgrund von der aktuellen Haushaltslage und der Straßensanierungsmaßnahmen in Verbindung mit den verschiedensten Verkehrsproblematiken (Parken auf der Straße, Bürgersteige als Fahrbahn mitgenutzt etc.) sollten moderne Bauplanungen die Beseitigung moderner Probleme möglich machen.

Aufgabe, Begriff und Grundsätze der Bauleitplanung - Baugesetzbuch (BauGB)

Alles in allem ist ja genau das in der Gesetzgebung mit wenigen Sätzen festgelegt:

  • BauGB §1(3): Die Gemeinden haben die Bauleitpläne aufzustellen, sobald und soweit es für die städtebauliche Entwicklung und Ordnung erforderlich ist.
  • BauGB §1(5): Die Bauleitpläne sollen eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung, die die sozialen, wirtschaftlichen und umweltschützenden Anforderungen auch in Verantwortung gegenüber künftigen Generationen miteinander in Einklang bringt, und eine dem Wohl der Allgemeinheit dienende sozialgerechte Bodennutzung unter Berücksichtigung der Wohnbedürfnisse der Bevölkerung gewährleisten.

Unter diesen Aspekten hatte die FWG schon 2011 Anträge zu Änderungen nicht mehr zeitgemäßer Bebauungspläne Abschnitt 1 und 2, aus den 60er und 70er Jahren, gestellt. Mit dem Gedanken die dortige Stagnation in der städtebaulichen Entwicklung unter zeitgemäßen Gesichtspunkten neu zu ordnen.

Gleichfalls hat die FWG 2010 gemeinsam mit der damaligen SPD-Fraktion die Aufstellung eines Bebauungsplanes “Auf’m Bungert” beantragt. Für uns hat sich hierin, unter Gesichtspunkten der Innenentwicklung, die alte angedachte Planung aus den 50er Jahren auf moderne Art verwirklicht sowie auch die Chance ergeben einen dringend benötigten gemeindeeigenen Kindergarten möglich zu machen. Durch die an der Mühle angeschlossene Peter-Friedhofen-Straße hat sich so zusätzlich noch eine wirkliche Bereicherung der Gemeindestraßen ergeben, die eine Anbindung, ob fußläufig, mit Fahrrad oder PKW, des kompletten nördlichen Weitersburgs an Grundschule, KiTa, Sportanlagen um ein Vielfaches erleichtert und sich fernab vom Durchgangsverkehr auf der Kreisstraße als für Einwohner sicherer erweist.

Globale Behauptungen, neue Baugebiete würden der Gemeinde enorme Kosten verursachen, können wir somit auch nicht teilen. Faktisch haben sich die Weitersburger Neubaugebiete nicht nur in kürzester Zeit seitens der Erschließungskosten amortisiert, sondern sogar zu Entlastungen der Gemeinde beigetragen (Staffelstück bspw. zur Generalsanierung der Grundschule; Gewerbegebiet trägt jährlich und nachhaltig zu einem großen Anteil der Gewerbesteuereinnahmen bei und somit deutlich zur Entspannung der Haushaltssituation; Bungert/Heege bspw. mit Ausweg aus der Weitersburger Kindergartenmisere zum Neubau einer KiTa).

Neue Baugebiete ausweisen? - JEIN

JA - Die FWG hält nach wie vor an den jahrzehntealten Ideen der ehemaligen Gemeinderäte fest. Dies natürlich unter zeitgemäßen Gesichtspunkten. Wir sehen viele Verzahnungen von aktuellen Problemstellungen (Schulden, Einzelhandel, Betreutes Wohnen für Senioren, Naherholung und Umweltaspekte etc.), die mit adäquaten Bebauungsplänen zusammenwirkend gut gelöst werden können.

NEIN - Das soll aber nicht auf Kosten von weiterer Ausdehnung der städtebaulichen Flächen geschehen, sondern durch Umsetzungen aufgrund schon lange vorgesehener Flächen und Entwicklungsplanungen.
Eine gut 7 Hektar große Ausweitung eines neuen nördlichen Gewerbegebietes, wie es verschiedene Gremien im Gemeinderat und Verbandsgemeinderat vorhaben, sehen wir als erhebliche städtebauliche Ausdehnung an, die zudem Natur und Umwelt (bspw. die Frischluftschneise) viel zu viel beeinträchtigt und viele Problematiken dort, sowie im ungeregelten Bereich um die ehemalige Kerzenfabrik, einfach ungelöst zurücklassen.

Abbildung: Von den anderen Ortsgremien angedachte Erweiterung Gewerbegebiet, welche die FWG-Fraktion ablehnt. Der angedachte „Grüne Gürtel“ um den Ort (grün dargestellt) erscheint uns hier viel zu schmal, nicht effektiv und vor allem keinesfalls zukunftssicher.

Wir haben in Weitersburg ein überschaubares Gewerbe, das soll nach unserer Meinung grundsätzlich auch so bleiben. Wir wollen keine übertriebenen Entwicklungsplanungen und wollen gegen ein Industriegebiet im Bereich Langenberg vorbeugen. Natur, Landschaft, Frischluft und Klima, innerhalb und hin zum Ort, sind uns da viel zu wertvoll.
Wir haben aber seit Jahrzehnten einen problematischen nicht regulierten Gewerbebereich West. Weit über 40% der Fläche sind dort bereits schon Gewerbe. Leider recht ungeordnet, was auch dortige Gewerbetreibende immer wieder vor Probleme stellt. Der Bereich sollte dringend sortiert werden und muss darüber hinaus eine moderate Gewerbeentwicklung, eine städtebauliche Systematik, geordnete Wohnverhältnisse und auch sinnvolle Verkehrsregelung (weg vom Wohngebiet) erkennen lassen.

Unsere Aufgabe sehen wir daher in der Aufstellung eines Bebauungsplans, denn das ist das einzige “nicht fremdgesteuerte” Werkzeug der Ortsgemeinde. Um die Anwohner der Mischfläche an und nahe Römergrund nachhaltig zu schützen und die gewerbliche Ordnung östlich anschließend endlich auf konkrete und sinnvolle Beine zu stellen. So sollten dort klare Regelungen festgelegt werden, und zwar nach Ortsgemeinde und nicht nach anderen Behörden etc. …

Urbane Gebiete - NEU

Optimale Unterstützung erfahren unsere Vorstellungen durch die nun 2017 eingeführten Änderungen der Baunutzungsverordnung (BauNVO). Mit der Novellierung des Baurechts ist nun die neue Baugebietskategorie “Urbane Gebiete” eingeführt worden. Der neue Baugebietstyp erlaubt den Kommunen, dass in Gewerbegebieten Wohnungen gebaut und Gebäude als Wohnraum genutzt werden dürfen (beispielsweise auch Wohnraumnutzung in alten Fabrikgebäuden oder Gewerbegebäuden). Auch der Lärmschutz ist hier berücksichtigt und gegenüber dem Mischgebiet bedacht angepasst.

Abbildung: Angedachte Planungsidee der FWG-Fraktion basierend auf dem Flächennutzungsplan und der Gewerbegebietsplanung und Überlegungen der letzten 20 Jahre. Frischluftschneise bleibt erhalten, Landwirtschaft und Aussiedlerhöfe nördlich von Weitersburg werden nicht von der Flur getrennt. Zusammenhängende Landwirtschaftsflächen auf Weitersburger Gemarkung und deutliche Abtrennung von Nachbargemarkung.

Es würde sich hier somit ein fließender und angepasster Bau- und Nutzungsübergang von allgemeinem Wohngebiet (MA) über Mischgebiet (MI) und “urbanem Gebiet” (MU) zu Gewerbegebiet (GE) ergeben, mit entsprechender Ordnung und Reglementierungen und mit einem ebenso langsam abgestuften „Wohnen zu Gewerbe“-Übergang.

Das bietet neue Chancen bestehende Gewerbeliegenschaften und andere Liegenschaften im ungeregelten Bereich unter einen Hut zu bringen. Chancen für erweiterten Flächenbedarf, Expansionsmöglichkeiten, unserer Unternehmen im Ort und Chancen für den ein oder anderen neuen Betrieb, sogar zu gemischten Wohnnutzungsmöglichkeiten in gleichen Gebäuden. Nebenbei könnten Verkehrsproblematiken, vorhandene Entwässerungsproblematiken, ein durchgehender Bürgersteig/Gehweg und auch die schon Ende der 80er vorgesehene westliche Gewerbegebietsplanung modern, moderat angepasst und mit angemessenem fließenden Nutzungsübergang aufgebaut werden.

Die Planung eines schon Ende der 80er Jahre angegangenen Gewerbebereiches im besagten Westbereich mag vielleicht dem ein oder anderen immer noch nicht behutsam genug sein, aber als vorschnell bezeichnen wir dagegen eher die plötzlich entstandene Umsetzungsidee eines neuen Nordgewerbegebietes von vorgestellten zusätzlichen 6-7 Hektar Fläche. Nicht am Ortsrand, sondern innerhalb des Ortes (wenn man die Ortsschilder betrachtet) ersehen wir die somit schon über einem viertel Jahrhundert vorgesehene Fläche zur Entwicklung von Gewerbe als überaus wichtig und dringend erforderlich an. Dies sehen wir als eine nach innen gerichtete Entwicklung für gemischte Gewerbe- und ggf. Wohnzwecke an, wie es ein neues „Urbanes Gebiet“ zulassen würde.

Weitersburg muss eine lebenswichtige und ernsthafte städtebauliche Entwicklung erfahren um eigenständig bleiben zu können.