Kommunal Historisches
Erwähnenswerte kommunalpolitische Ereignisse aus Weitersburg

(Rheinzeitung - 16.06.1999)

CDU sieht im Wahlsieg auch Verpflichtung, "noch mehr zu arbeiten"

In Weitersburg und in Vallendar jeweils Sitz hinzugewonnen - SPD: Positionen meist gehalten - Bündnisgrüne: Rosi Hartmann jetzt Einzelkämpferin

 

VG VALLENDAR. Ernüchterung bei den Genossen im VG-Rat. Fraktionschef Helmut Lukas: "Positiv ist alleine, daß wir unsere elf Mandate verteidigten konnten (34 %)." Natürlich habe der negative Bundestrend ein Rolle gespielt. Noch entscheidender sei aber die Tatsache gewesen, daß viele SPD-Stammwähler zu Hause geblieben seien. Inhaltliche Fehler der VG-SPD sieht Lukas nicht. Deshalb sollte auch die Politiklinie nicht geändert werden: sachliche Arbeit, ohne einseitig Interessen zu vertreten. Die FWG im Rat, das sei durchaus ein belebendes Element, so bewertet Lukas die Neuen.

Glücklich, aber auch überrascht zeigt sich CDU-Vormann Heinz Münz über die 52 % (weiter 17 Sitze) seiner Partei. Er hätte eher damit gerechnet, an die FWG einen Sitz abgeben zu müssen. Über die Verteilung der Beigeordneten wollte Münz noch nichts sagen. Das entschieden die Gremien. Gespräche mit beiden großen Fraktionen will die FWG führen. Erstmals im Rat mit zwei Leuten vertreten, ist Alfons Klöckner sehr zufrieden über das Abschneiden seiner Gruppierung. Klöckner war von den Wählern auf Platz zwei der Liste gehoben worden. Ob er den Sitz annehmen werde oder den Stuhl dem Vallendarer Stephan Mettler überläßt, solle bald entschieden werden, so der Niederwerther Ortschef. Es treffe immer die Falschen und die Kleinen, kommentiert Rosi Hartmann bitter. Die Bündnisgrüne ist jetzt Einzelkämpferin und macht den schlechten Bundestrend für den Verlust zweier Mandate (4 %) verantwortlich. Doch so sei nun einmal die Demokratie. Durchatmen bei den Liberalen (3,6 %): Dr. Jürgen Herrguth bleibt weiter im Rat. Er habe befürchtet, die FWG würde der FDP den Platz streitig machen.

Zwar könne er über das Abschneiden der SPD nicht glücklich sein. Aber unter Berücksichtigung der schlechten Voraussetzungen (allgemeiner Trend, geringe Wahlbeteiligung und noch die CDU-Hochburg Vallendar) hätten sich die Genossen mit 35 Prozent (plus 2,2 %, aber weiter acht Sitze) noch gut geschlagen, so Fraktionschef Dieter Klöckner. Mit einem guten Team würde die SPD auch weiter qualifizierte Arbeit leisten. CDU-Leitwölfin Anna-Maria Briese ist sehr glücklich. Doch das "Super-Ergebnis" (57 % und 14 Sitze) müsse Verpflichtung sein, "in den nächsten Jahren noch mehr zu arbeiten, noch besser zu werden". Mit den vier neuen und erfahrenen Köpfen sei das allemal machbar. Die Bündnisgrünen mußten auch in der Stadt Verluste hinnehmen (3,5 % und nur noch ein Sitz). Die FDP blieb konstant (4,5 %/1 Sitz).

In Weitersburg triumphierte auch die CDU. Der alte und neue Bürgermeister Rolf Rockenbach führt das glänzende Abschneiden seiner Partei (58,4 %/10 Sitze) auch auf die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre zurück. Jetzt gelte es, die Baugebiete und das Gewerbegebiet weiter auf den Weg zu bringen und auch den Kirmesplatz und die Schule zu sanieren. Der unterlegene SPD-Kandidat ist mehr über das sehr dürftige Resultat seiner Partei (36,7 %/6 Sitze) als über seine Prozente bei der Bürgermeisterwahl enttäuscht. "Wir haben gute Ratspolitik für den Ort gemacht." Helmut Zirfas sucht die Gründe nicht im Bundestrend. Auf jeden Fall würden sich die Genossen zusammensetzen, um mit Abstand das Resultat zu analysieren.

Michael Schaust


 

(Rheinzeitung - 16.06.1999)

Neue Gesichter und alte Hasen in den Gemeinderäten der Region

Wähler verteilten wieder fleißig Personenstimmen - Die Ratsmitglieder in der VG Vallendar und der VG Weißenthurm stehen fest - Übersicht

WEISSENTHURM/VALLENDAR. Die folgenden Kandidaten schafften den Sprung in die Stadt- bzw. Gemeinderäte.

VG Vallendar

Niederwerth

SPD: 6 Sitze (5); Josef Gans, Albert Görgen, Alfred Kremer, Manfred Gerstacker, Reinhold Strehl, Anja Faure. CDU: 5 Sitze (6); Ulrich Isaak, Klaus Staufenbiel, Achim Ramcke, Johannes Küthe, Lothar Kesselheim. FWG: 5 Sitze (5); Alfons Klöckner, Helmut Klöckner, Wilfried Münz, Hans Klöckner, Horst Klöckner.

Vallendar

SPD: 8 Sitze (8); Dieter Klöckner, Dr. Thomas Mengen, Hans-Peter Pretz, Sabine Schneidewind, Horst Necker, Christa Steinebach, Irene Haben, Cornelius Beckmann. CDU: 14 Sitze (13); Wolfgang Helbach, Anna-Maria Briese, Hans Siebenmorgen, Anita Herr, Hans Schaaf, Heinz Hahn, Gerhard Jung, Petra Kretzschmann, Harald Fuchs, Alexander Kowalke, Karin Schütz, Rolf Pensky, Ulrich Paul-Erich Geibert, Manuel Wehrmann. FDP: 1 Sitz (1); Günter Seehaus. Grüne: 1 Sitz (2); Rosi Hartmann.

Urbar

SPD: 7 Sitze (11); Christoph Zindorf, Dr. Dieter Börsch, Dr. Ulrike Stahlschmidt, Gerhard Schikowski, Helmut Gräf, Heike Trees, Günter Pieper. CDU: 8 Sitze (9); Franz Barth, Guido Kohl, Brigitte Schütze, Norbert Bouillon, Adolf Ebert, Manfred Nußbaum, Hans Pauli, Dr. Friedrich Ziegler. Freie Liste: 5 Sitze (-); Karl Josef Kohl, Herbert Sodian, Lilo Kohl, Gudrun Daubländer, Joachim Müller.

Weitersburg

SPD: 6 Sitze (7); Helmut Zirfas, Manfred Keßler, Hans-Jürgen Bach, Hans Schiffer, Horst Weller, Marion Kirchhoff. CDU: 10 Sitze (9); Rolf Rockenbach, Dr. Gernot Nick, Renate Mennicken, Franz-Josef Urwer, Andre Grünewald, Dirk Schneider, Harald Schmidt, Brigitte Hahn, Thomas Zinndorf, Kai Lemler.